Was wir einmalig geboten haben
Unser Verein unterstützt verschiedene Bürger- und Selbsthilfe-Initiativen,
die sich in den letzten zehn Jahren für Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung,
für die Erhaltung des Ortsbildes und die Neugestaltung öffentlicher
Aufenthaltsräume eingesetzt haben. Moritzberg ist traditionell geprägt
durch eine Vielzahl kleiner Handwerksbetriebe. Besonders leicht entwickeln
sich hier Initiativen, die eigene Ideen zur Gestaltung des Stadtteils praktisch
umsetzen. 1996 wurde unter der Schirmherrschaft des Vereins der 'Entenbrunnen'
im Berghölzchen wieder aufgebaut. 1998 entstand als Neugestaltung
der 'Bergbrunnen' auf dem zentralen öffentlichen Platz Bergstraße
- Bennostraße. Der Verein übernahm dafür die Planungs-, Finanzierungs-
und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Koordination mit den zuständigen Behörden.
Zu beiden Anlässen organisierte er 'Brunnenfeste'.
Ein neues handwerklich orientiertes Projekt hat sich 1998 nach dem
Einsturz einer Natursteinmauer im historischen Ortskern herauskristallisiert.
Der Verein hat dabei über die Nachbarschaftshilfe hinaus, die im Stadtteil
wieder lebendig geworden ist, Initiative im denkmalpflegerischen Bereich
entwickelt. Von 1998 bis zum Sommer 2000 lief in Kooperation mit dem Arbeitsamt
und dem städtischen Denkmalschutz das Arbeitsprojekt 'Bestandsicherung
gefährdeter Baudenkmäler im Bereich Moritzberg'. Zwei ABM-Kräfte
führten im Vergabeverfahren an eine Steinmetzfirma Restaurierungsmaßnahmen
an Moritzberger Baudenkmälern durch. Verschiedene Natursteinmauern
an der Bergstraße wurden saniert, der Torbogen und angrenzende Portalteile
der Mauer der Villa Windthorst instand gesetzt und die Portaltreppe des neugotischen
Bauwerks mit 60 laufenden Metern chinesischer Sandsteinstufen restauriert.
Weitere Teilprojekte dieses Arbeitsvorhabens waren Rekonstruktionsarbeiten
an der Mauer der 'Villa Wilhelmi' am 'Treppchen', die Grabstein-Sanierungen
auf dem jüdischen Friedhof von Moritzberg und die Restaurierung der
Fassade des Alten Brauhauses von Moritzberg. Das Brauhaus am Bergbrunnen
strahlt mittlerweile abends in märchenhafter Beleuchtung.
Im Juni 2002 ließ der Verein an der Kreuzung Güldener Löwe ein Denkmals für Ludwig
Windthorst, den parlamentarischen Gegner Bismarcks aufstellen, der in den 80er Jahren
des 19. Jahrhunderts an der Verhinderung der Zwangseingemeindung von Moritzberg beteiligt war,
aber die "Villa Windthorst" nicht geschenkt haben wollte.
Einige von uns haben ein Arbeitsheft zur Moritzberger Geschichte für
die vierten Klassen der beiden Grundschulen erstellt. Es wurde über
Spenden finanziert und wird den Schulen kostenlos zur Verfügung gestellt.
1997 erschien auf Wunsch der Schulrektoren die zweite Auflage für
die nächsten vier Unterrichtsjahre.
Ab 2001 wurde in Kooperation mit dem Fachbereich Sozialpädagogik der HAWK das Projekt "Mitten drin und doch am Rande" entwickelt - ein Versuch, die Biografien von Einwanderern nach Moritzberg öffentlich zu thematisieren und dadurch deren Lebenssituation zu erleichtern. Im Herbst 2003 begannen die Migranten-Erzählwochen mit einer begleitenden Ausstellung . Sie boten spannende Einblicke in die Lebensgeschichte des serbischen Gastarbeiters, der italienischen Eis-Produzenten, der türkischen Lehrerin, der Studentin aus Tschechien und der Schneiderin aus Zypern. Aus "Mittendrin und doch am Rande" entwickelte sich das Moritzberger Erzählcafé. Es fand bis 2006 regelmäßig im Winterhalbjahr im Café Lokal Redaktion statt.